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Zur Geschichte unseres Geläuts

Die Radebeuler Kirchväter, die Ende des 19. Jh. den Neubau unserer Kirche planten, ließen die Glocken bereits im Dezember 1890, also mehrere Monate vor der Grundsteinlegung, gießen. Die 3 Glocken im Akkord Des-Dur wurden am 19. Dezember 1890 mit einem Gesamtgewicht von 2.990,5 kg ausgeliefert. Die Kosten für die Beschaffung des Geläuts betrugen 9.476,25 Goldmark. Am 23. Dezember 1890 wurden die Glocken eingeholt, geweiht und „unter freiem Himmel des Friedhofs“ aufgehängt. Im Sommer 1892 konnte das Geläut auf den Glockenboden des Turmes der inzwischen fast fertiggestellten Kirche überführt und endgültig aufgestellt werden. Die Glocken läuteten zum Weihegottesdienst der Kirche am 28. November 1892 das erste Mal im Turm.

Die beiden eisernen kleinen Glocken am 13. Januar 1921 vor der Kirche aufgestellt

Die Freude an dem neuen und sicher sehr klangschönen Geläut währte nicht sehr lang. Im dritten Jahr des 1. Weltkrieges wurden wegen Materialmangels sämtliche Glocken aus Bronze für die Herstellung von Rüstungsgütern beschlagnahmt und enteignet. Für die Bedürfnisse des Gottesdienstes überließ man den Kirchgemeinden, deren Glocken nicht unter besondere Schutzbestimmungen fielen, im Regelfall eine „Läuteglocke“, oft die kleinste des Geläutes. So erging es auch unserer Kirchgemeinde. Am 8. und 9. Juni 1917 zerschlug man zwei der Glocken im Turm. Die Scherben lieferte die Gemeinde am 14. Juni 1917 ab. Die rasch entwertete Vergütung von 8.206 Mark reichte später nicht ansatzweise für ein neues Geläut.

Eine der Eisenhartgussglocken im alten Glockenstuhl

Im Jahre 1920 wurden als Ersatz für das zerstörte Bronzegeläut wieder in der Disposition Des-Dur 3 Eisenhartgussglocken bei Schilling & Lattermann bestellt. Bereits am 11. Januar 1921 trafen diese Glocken, aus Apolda kommend, in Radebeul ein. Am Donnerstag, den 13. Januar 1921 weihte man die neuen Glocken um 14.00 Uhr vor der Kirche. Für das neue Geläut mit den 4.769 kg schweren Glocken wurden neue Glockenjoche und Klöppel benötigt, der alte Glockenstuhl aber nur erweitert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 40.774,90 Mark. Die noch vorhandene kleinste Bronzeglocke wurde zu 33 Mark/kg an die Kirchgemeinde Fremdiswalde mit einem Erlös von 15.640,20 Mark verkauft.

Die Eisenhartgussglocken nach der Abnahme

Da die neuen Glocken aus Eisenwerkstoff waren, blieben sie im 2. Weltkrieg von der neuerlichen Bronzeglockenbeschlagnahme im Jahr 1940 verschont. Der 115 Jahre alte Stahlglockenstuhl wird seit 1921 durch die Eisenhartgussglocken 60 % höher belastet als mit dem im Jahre 1917 im 1. Weltkrieg untergegangenen bronzenen Originalgeläut. Der Kirchenvorstand unserer Lutherkirchgemeinde entschloss sich am 4. Oktober 2007 nach gründlicher Prüfung möglicher Alternativen zur angedachten Reparatur von 2 schadhaften Glockenjochen für den Neubau mit Bronzeglocken und einem Holzglockenstuhl als sinnvolle, finanziell günstige und langlebige Lösung. Nach einer Sammlungsaktion, die mit großem Erfolg durchgeführt wurde und der Sicherung von Fördermitteln konnten 3 Bronzeglocken im Des-Dur-Akkord in Lauchhammer gegossen werden. Dazu wurde ein neuer Glockenstuhl aus Eichenholz gefertigt. Da dieser begehbar ist, können Kinder und Gäste die Glocken mit ihrer sehr aufwändigen Zier fortan betrachten. Am 31. Oktober 2008 konnte die Gemeinde diese neuen Glocken mit einem großen Fest in Empfang nehmen und am Folgetag auf den Turm heben.

Der Beitrag basiert auf einem Text, den Dr. Rainer Thümmel für die Festschrift zur Glockenweihe verfasst hat.

Die bronzene Stadt- und Winzerglocke während des Aufzugs auf den Turm am 1. November 2008

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Unser neues Bronzegeläut

Die Lutherglocke
Die Stadt- und Winzerglocke
Die Kinderglocke
 letzte Aktualisierung: 10.10.2013
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