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Interview mit Johannes Neudeck

„Gemeinsam ein Haus zu bauen ist keine Theorie, sondern praktisch gemeinsam glauben, leben, gestalten und miteinander solidarisch sein.“

Im Interview Johannes Neudeck über seine Arbeit in der Gemeinde

Seit September hat Johannes Neudeck ein neues Amt. Er wurde zum Beauftragten für Friedens- und Versöhnungsarbeit in unserer Landeskirche berufen. Seit 6 Jahren ist der gebürtige Mannheimer Gemeindeglied bei uns. Welche Perspektiven er für die Lutherkirchgemeinde sieht, berichtet er im Interview.

Vor vier Jahren startete die Gemeinde einen Gemeindeentwicklungsprozess, an
dem Du von Anfang an beteiligt warst. Was beschreibt der Begriff?

Gemeindeaufbau verstehe ich, ganz im biblischen Sinn, als Form von Hausbau. Gemeinsam ein Haus zu bauen, ist keine Theorie. Es geht ganz praktisch darum,
gemeinsam Glauben zu leben und zu gestalten und miteinander solidarisch zu sein. Ein großes Ziel. Was wurde bisher erreicht? Wir haben zunächst ein Leitbild formuliert, das die Vielschichtigkeit unserer Gemeinde abbildet. Außerdem wurde eine gute Gesprächskultur vorangebracht, an der wir weiter arbeiten werden. Für den Gemeindeaufbauausschuss ist die Vernetzung der
Generationen, der Gruppen und Kreise, der Ausschüsse, der Mitarbeiter und der Kirchenvorsteher ein Schwerpunkt. Wir meinen, dass die Kommunikation bereits verbessert wurde und die Arbeit in und rund um die Lutherkirche für jeden, der interessiert ist, nachvollziehbar ist. Auch das Generationsübergreifende wurde gestärkt in den Gottesdiensten, Rüstzeiten und Gemeindeabenden. Selbstverständlich konnten nicht alle Träume und Wünsche umgesetzt werden. Eins freut mich dagegen sehr, wir konnten erreichen, dass die Gemeinde ihre Ideen für die Gestalt und Nutzung des künftigen Gemeindezentrums beigetragen hat.

Worauf sollten wir uns künftig konzentrieren, um Gemeinde „zu bauen“?

Ein Blick über den Tellerrand kann da hilfreich sein. Wir sollten andere Gemeindeaufbaumodelle als Bereicherung aufnehmen und von ihnen lernen, um beispielsweise Menschen ohne Bekenntnis zu erreichen oder auf Menschen zuzugehen, die sich in anderen Lebensverhältnissen bewegen als wir und bisher von Kirche nicht erreicht wurden. Erste Schritte in diese Richtung haben wir bereits getan: Die Ausgabestelle der Tafel und die Zusammen arbeit mit dem Kinderschutzbund und mit der Kinderarche Sachsens sind gute Beispiele dafür. Eines liegt mir jedoch bei allem Tun stets am Herzen, ich nenne es gern das „Frucht-Wachstum“. Das heißt: Bestimmte Dinge kann man nicht erzwingen,
sondern sollte darauf vertrauen, dass wächst, was gesät wurde. Gemeindeaufbau ist keine x-beliebige Vereinsarbeit, sondern christuszentrisch. ER ist unsere Mitte und bestimmt unser Wachstum. Es geht nicht um unsere Eitelkeiten.

Was wünschst Du unserer Gemeinde für das kommende Jahr?

Nach „Innen“ wünsche ich mir, dass unser diesjähriges Jahresthema „Stille“ – das sich offenbar gar nur ganz leise durchgesetzt hat, weiter gestaltet und umgesetzt wird. Ich wünsche mir auch, dass die generations- und gruppenübergreifende Offenheit wächst und die frohe Botschaft in Wort und
Tat in unser Umfeld hineinwirkt. 2011 wird nicht zuletzt vom Kirchentag in
Dresden geprägt sein. Sind Sie persönlich an dem Großereignis beteiligt?
In meiner neuen Funktion als Friedensbeauftragter der Landeskirche bin ich als Mitglied eines Teams in die Projektleitung für das „Zentrum Frieden und Sicherheit“ berufen worden. Dieser Themenschwerpunkt
wird drei volle Programmtage mit sechs Großveranstaltungen und weiteren Angeboten zu den Konflikten in unserer Welt und ähnlichen Fragen umfassen.

Danke für das Gespräch und Gottes Segen für Deine neue Tätigkeit

Das Interview führte Christian Mendt

Redakteur: Christian Mendt  - letzte Aktualisierung: 13.06.2012
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